Vanille aus Madagaskar war bis vor einigen Jahren das Premiumlabel für das zweitteuerste Gewürz der Welt. Obwohl die Blüte ursprünglich aus Mexiko stammte, war es nie gelungen, sie zu bestäuben, um Platz für die begehrten Schoten zu schaffen. Jahrhundert entdeckte ein Sklave auf der Insel La Réunion die Technik. Er brach die Zwiebel der Blume ab und schaffte es so, die Schote aus dem Herzen der Blume herauszuholen.
Die Bourbon-Vanille ist geboren. Innerhalb kurzer Zeit besiedeln die französischen Siedler den madagassischen Boden mit der Orchidee. Im Nordosten der Insel (SAVA) entwickeln sich Tausende Hektar Plantagen in freier Natur.
In einem Pulversog wurde die Vanille aus Madagaskar zum landwirtschaftlichen Börsenplatz des begehrten Aromas. Von einer einfachen Jahresernte bis in die Kochtöpfe der französischen Spitzenköche inspiriert die Frucht des Vanillebaums in der Gourmetküche ebenso wie die safran und die’Arganöl für Lebensmittel.
Wie konnte die Rote Insel also in nur fünf Jahren von ihrem eigenen Geschäft überrollt werden?
Vanille aus Madagaskar: Qualität in Frage gestellt
Die Vanille aus Madagaskar war einst die begehrteste Vanille der Welt. Unbezahlbare Qualität, ein exquisiter Geschmack und großzügig große Schoten. Doch innerhalb kürzester Zeit ging alles den Bach runter. Denn die Früchte des Vanillebaums können nicht auf großen Flächen des Globus geerntet werden. Die Produktionsbedingungen entsprechen einem Bedürfnis nach anhaltendem Schatten und einer gewissen Feuchtigkeit. Außerdem wird die Ernte ausschließlich von Menschenhand durchgeführt. Faktoren, die immer mehr Bedarf erfordern.
Dieser Wachstumsmarkt und der Anstieg des Preises für das Gewürz um das Zehnfache haben die Vanilleschote aus Madagaskar auf eine harte Probe gestellt. Das Kilo kostet momentan fast 1000 Euro.
Und genau diesem El Dorado ist die Lemureninsel zum Opfer gefallen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die umstrittene Begehrlichkeit in Räuberei verwandelt. Die Parzellen, die ihrer Ernte beraubt wurden, führten zu Gewalt und Spannungen auf der Insel.
Um sich gegen Angriffe zu wehren und weiter verkaufen zu können, müssen die Bauern nun private Sicherheitsdienste beauftragen. All diese Faktoren haben die Preise drastisch in die Höhe getrieben. Denn die weltweite Nachfrage ist höher als die Produktion. Und in den meisten Fällen sind die Vanilleschoten aus Madagaskar bereits ausverkauft, kaum dass sie reif sind.
Aus Angst vor Diebstahl beschließen viele Bauern, vor dem Endtermin zu ernten. Die Qualität sinkt und der Schwarzmarkt zeigt die Kehrseite einer Wirtschaft, deren Früchte keine Zukunft mehr haben.
Die Entstehung von Wettbewerb auf globaler Ebene
Angesichts dieser Unannehmlichkeiten wenden sich die Vanillekäufer allmählich von der Vanille aus Madagaskar ab. Das madagassische Gold ist nicht mehr so beliebt. Die neuen Lieblingsländer für die Schote sind Polynesien und Costa Rica. Zwei Länder, die für ihren Respekt vor der Natur und den Öko-Tourismus bekannt sind.
Vanille gilt als Luxusprodukt und ist anspruchsvoll. Potenzielle Kunden gehen bei der Qualität keine Kompromisse ein. Vanille ist eine teure Zutat, mit der edle Desserts und Gebäck verfeinert werden. Im Supermarkt wird die durchschnittliche Qualität für etwa acht Euro pro vier Gramm verkauft. Wie sieht es also mit der besten Qualität aus?
Denn wenn Vanille in Eiscreme und Joghurt in Massen vorhanden ist, dürfen Sie sich nicht täuschen lassen. Es handelt sich dabei keinesfalls um die hier erwähnte, sondern um synthetische Aromen.
Indem die Vanille aus Madagaskar allmählich ihre Jovialität verliert, verliert sie an Einfluss und wird zum Opfer ihrer eigenen Übel.
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